Oralphobie – Keine Angst mehr vom Zahnarzt.

Aussprüche von vielen Patienten mit Oralophobie – Beispiele:

  • „Ich schäme mich für meine Zähne“…
  • „Ich trau mich schon lange nicht mehr lachen, wegen meiner kaputten Zähne“…
  • „Ich habe meine Frau/Mann schon lange nicht mehr geküsst“…
  • „Mich ekelt vor meinen Zähnen“….

Oralophobie ist der medizinische Begriff für eine krankhafte Angst vor Zahnarztbehandlungen und unterscheidet sich sehr von der normalen „Angst“ vor dem Zahnarzt. Im deutschsprachigen Raum betrifft diese Phobie ca. 15% der Bevölkerung.  80% dieser Patienten berichten über Angst vor Schmerzen und gehen aus diesem Grund nicht mehr zum Zahnarzt.

Viele Patienten gehen auch dann nicht zum Zahnarzt, wenn es schon sehr notwendig ist, obwohl sie bereits wissen, dass etwas getan werden muss, weil die Zähne teils schon verfault, ausgefallen oder ähnliches sind und die Schmerzen mit Unmengen an Medikamenten unterdrückt werden. Doch selbst die Einnahme von Schmerzmitteln kann zu Folgeproblemen (Magenblutungen, Magengeschwüren…), also  zu wahren Problemen führen.

Zahnprobleme können schwere lebensgefährliche Probleme verursachen.Etwa können sich Abszesse am Zahn/- Wurzelspitze (Granulom) auf das Herz bzw. den Herzbeutel gefährlich auswirken.   Bakterien wie zum Beispiel Streptokokken, welche die Entstehung eines Abszess verursachen können, gelangen auch bei einen etwaigen aufbrechen vom Mundraum in die Blutbahn. Unter anderen lagern sich Streptokokken  gerne im Myokard des Herzens oder den Herzklappen ab, was zu lebensbedrohlichen Entzündungen des Herzmuskels, der Klappen oder des Herzbeutels führen kann.

Ursachen für eine gesteigerte Oralophophie können sehr vielschichtig sein. Prinzipiell wird der Mensch ohne Phobien geboren, das heißt, dass Phobien anerzogen oder durch traumatische Erlebnisse sich entwickeln. Einige Beispiele können Gründe für eine Phobie darstellen:

  • schlechte Erfahrungen beim Zahnarzt als Kind oder Erwachsener (Erlebnisse wie zu brutal oder Folter)
  • negative Erlebnisse im nahen Familien- oder Bekanntschaftskreis
  • Fehlinformationen bei einer Behandlung
  • Psychotraumata oder bereits bestehende andere psychiatrische Erkrankungen

Es ergibt sich aus vielen Erlebnissen und Eindrücken daraus für die Patienten ein unüberwindbarer Teufelskreis.
Inzwischen bieten Zahnärzte schon viele Methoden  wie Hypnose, Musik, Akkupunktur, diverse Entspannungstechniken, Lachgassedierung  oder ähnliches an, um ihren Patienten die Angst zu nehmen. Für einige mag das ausreichend sein, doch für die wirklichen Angstpatienten ist eine Vollnarkose mit Intubation die einzige sinnvolle Option zur Sanierung des Gebisses.

Aus der Erfahrung zeigt sich, dass man viele dieser traumatischen Ereignisse verhindern kann, indem man viele der Untersuchungen, Behandlungen oder zahnärztliche/chirurgischen Eingriffe  in Narkose durchführt. Wichtig ist, dass bei der Erstuntersuchung keine schmerzhaften Prozeduren durchgeführt werden, sondern hierbei lediglich mit der entsprechenden Röntgenuntersuchung ein Behandlungsplan erstellt wird um den Behandlungsablauf zu gestalten. Beim zweiten Termin werden in einer Intubationsnarkose alle schmerzhaften Behandlungen (Brückenbeschleifung, Wurzelbehandlung, etc…) durchgeführt, sodass beim dritten Termin die technischen Arbeiten eingesetzt werden können. Eine positive Erfahrung durch eine Narkose kann den Patienten für spätere Behandlungen die Angst nehmen. Eine Vollnarkose ist zwar kein Heilmittel gegen Oralophobie, wird aber von den Patienten als sehr angenehm empfunden.

Einige Zahnärzte bieten spezielle Konzepte für Oralophobiker an. Bei einem Erstgespräch wird hauptsächlich versucht eine vertrauensvolles Patient-Arzt Basis zu schaffen. Dabei wird der Patient ausführlich über den Ablauf des geplanten Eingriffs, die Nachbehandlung  und Kosten informiert. Eine geringe Anzahl von Terminen, wie oben beschrieben,  sollte dem Patienten ein systematischen, überschaubaren  Überblick über die Eingriffe bieten.

Weblink: www.oralophobie.de
Pubmed: Enkiling et al, Dental anxiety in a representative sample of residents of a laClin Oral Investig. 2006 Mar;10(1):84-91. Epub 2006 Feb 14rge German city,.